Berufsbild(er)

Das Angebot von Prüfungen, die gem. §13b WPO auf das Wirtschaftsprüferexamen anrechenbar sind, ist von hoher Attraktivität für Studierende. Allein durch die Big-Four-Prüfungsgesellschaften (KPMG, EY, Deloitte, PwC) werden jährlich rund 5.000 Berufseinsteiger eingestellt, von denen rund 80% BWL studiert haben. Dazu kommen Absolventinnen und Absolventen, die den Einstieg in kleineren bzw. mittelständischen Praxen wählen. Für die Arbeit als Wirtschaftsprüfer ist es allerdings erforderlich, dass nach drei oder mehr Jahren berufspraktischer Tätigkeit das Wirtschaftsprüferexamen abgelegt wird.

Die wahrgenommenen Aufgabenbereiche im Bereich Wirtschaftsprüfung und –beratung erstrecken sich nicht nur auf die Vorbehaltsaufgaben im Bereich der Pflichtprüfung von Jahres- und Konzernabschlüssen sowie Sonderprüfungen (z.B. Sanierung, Unterschlagen, Insolvenz, Gründung, Börsengang usw.), sondern auch auf die Prüfung weiterer Finanzinformationen (z.B. Halbjahresabschlüsse oder Nachhaltigkeitsberichte), die Prüfung von Compliance-Managementsystemen bzw. internen Kontrollsystemen oder die Beratung in steuerlichen und betriebswirtschaftlichen, insbesondere rechnungswesen- und controllingnahen Themen. Vor dem Hintergrund der immer stärkeren Inanspruchnahme von Kapitalmärkten und der wachsenden Bedeutung der Unternehmenspublizität in Verbindung mit einer immer höheren Regelungsdichte steigt die Bedeutung des Berufs des Wirtschaftsprüfers immer stärker an.

Dies wird auch deutlich anhand der Zahl der Kandidat/innen, die zum Wirtschaftsprüferexamen zugelassen werden: Im Jahr 2016 ist hier gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme von fast 20% zu verzeichnen (vgl. WPK-Magazin 3/2016). Die Bestehensquote lag im 1. Halbjahr 2016 bei 62%, was den hohen Schwierigkeitsgrad des Examens dokumentiert. Die Möglichkeit, die Zahl der Prüfungen durch vorherige Studienleistungen zu verringern, ist somit als sehr attraktiv einzustufen.

Die Absolventinnen und Absolventen des geplanten Studienschwerpunkts werden allerdings nicht ausschließlich für den Wirtschaftsprüferberuf ausgebildet. Ihre Schwerpunktausbildung qualifiziert sie darüber hinaus in besonderem Maße auch für eine Vielzahl von Fach- und Führungsaufgaben in zentralen Funktionen von Großunternehmen bzw. des gehobenen Mittelstands. Eine zentrale Aufgabe von Fach- und Führungskräften besteht gerade heute nämlich darin, Veränderungen in den Geschäftsmodellen durch die digitale Transformation sowie damit verbundene wirtschaftliche Risiken zu identifizieren, um so die Potenziale digitaler Technologien für die Umsetzung ihrer eigenen Aufgaben nutzbar zu machen. Angefangen beim Internet of Things, bei Legal-, Audit-, Tax- und Finance Tech oder Fraud Detection und Cognitive Computing für die Analyse großer Dokumentenmengen bis hin zu völlig neuen Block-Chain-Technologien für Verträge oder Finanztransaktionen, um nur einige Beispiele herauszugreifen. Die Bedeutung dieser Veränderungen zeigt sich durch jüngste Entwicklungen, wie beispielsweise die Strategie der Landesregierung, NRW zum „Digitalland Nummer 1“ (Pressemitteilung des MWEIMH vom 08. Juli 2016) zu machen.


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